Bienvenidos, Buenos Aires!

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20.02.2014 – 27.02.2014

(Ankunft an der Darsena Sur, Fahrt nach Palermo Viejo, Ankommen in der Ferienwohnung, Avenida Florida, Palermo und Besuch des Zoos; Microcentro, Sightseeing und Wanderung über den Antiquitäten- und Künstlermarkt von San Telmo, Treffen mit Mariela; Stadtbesichtigung mit dem Buenos Aires Bus, La Boca, Friedhofs von Recoleta, Spaziergang durch Aguirre; Rückflug)

Nach einer schnellen Boots-Tour über den schlammigen Río de la Plata bei herrlichstem Wetter, fanden wir uns im Handumdrehen in Buenos Aires wieder. Begrüßt wurden wir von ausgedehnten Hafenanlagen, rostigen Kähnen und den glitzernden Glasfassaden der unzähligen Hochhäuser.

Vor uns lag nun die letzte Woche unserer Reise, die wir – ohne unseren bisherigen Reisebegleiter – in Buenos Aires verbringen wollten. Schon vor längerer Zeit hatten wir den Plan geschmiedet, zunächst den Pinzi abzugeben und anschließend die Großstadt ohne Auto zu besuchen. So haben wir also unsere mobilen 4qm verlassen und sie gegen ein ca. 40qm großes Apartment im herrlichen Stadtteil Palermo Viejo getauscht.

Am Kai der Darsena Sur angekommen, warteten wir mit vielen anderen Passagieren in einer Schlange artig auf ein Taxi und bezahlten dann für die gut 30 minütige Fahrt durch die sonnige Stadt ohne jegliche Verhandlung nur den fairen Preis von 5,30€. Ein guter Anfang.

Mit unserem ganzen Gepäck mussten wir anschließend auch nicht lange auf den Vermieter unserer Ferienwohnung warten – Matías stand bereits oben auf dem Balkon unserer Wohnung und winkte uns entgegen. Schon aus Montevideo hatte wir uns um eine kleine Ferienwohnung gekümmert, da diese nicht nur mehr Freiheiten bot als ein Hostel, sondern sogar auch noch etwas günstiger war.

Das kleine Apartment befand sich im 5.Stock eines Wohnhauses mit einem unschlagbaren Blick auf das grüne Palermo und die umliegenden Hochhäuser. Quer über die Straße befand sich ein Carrefour Supermarkt und die Umgebung wimmelte vor kleinen Läden, Cafés und Boutiquen. Eine wirklich schöne Gegend.

Nachdem Matías uns allein gelassen hatte, machten wir es uns in der Wohnung gemütlich, kauften noch schnell für das Abendessen ein und genossen den lauen Abend auf dem Balkon mit dem Blick auf die nächtliche Großstadt.

Panoramabild 21  Blick aus unserer Wohnung auf den Stadtteil Palermo.

Mit einem Mal fiel der Stress der letzten Tage endlich von uns ab und wir blickten der Woche in der Stadt und unserem Abschied von Südamerika viel entspannter entgegen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns außer dem Besuch des Dollar-Schwarzmarktes der Stadt wenig vorgenommen. Wir frühstückten ausgiebig, wanderten dann zu Fuß den knappen Kilometer bis zur Subte Station (U-Bahn = Subte [Subterráneo]) und fuhren mit der Linea D ins Microcentro.

Eine Fahrt in der stickigen und wochentags stets überfüllten Subte von Buenos Aires kostet pro Fahrt 3,50 Pesos. Am Endpunkt der Linie stiegen wir aus und befanden uns inmiten der prunkvollen Altbauten des Finanzzentrums. Tausende Menschen in Anzügen und Aktenkoffern im Gepäck drängten sich über die Avenida Presidente Roque S. Pena. Im Strom der Arbeitenden und Touristen schwammen wir einfach mit und fanden uns wenig später am südlichen Ende der Calle Florida wieder.

Die Calle Florida ist nicht nur die – für eine Hauptstadt wie Buenos Aires eher klein geratene Haupt-Einkaufsstraße – sondern auch das Zentrum des Geld-Schwarzmarktes. Man kommt als Tourist keinen Meter weit ohne von den vielen, an den Häuserwänden und zwischen den Blumenkästen stehenden Männern und Frauen angesprochen zu werden: “Cambio, Cambio – Dollares, Euros, Reales – Cambio, Cambio!” Eigentlich ein illegales Geschäft, jedoch geduldet und so muss man die Polizisten nicht fürchten, die auf der Florida patrouillieren.

Welchen der vielen Geldtauscher man sich letztlich aussucht, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist eher der Tageskurs, der bei uns 12 Pesos pro Dollar betrug (offizieller Kurs: 7,5 Pesos pro Dollar) … und Dollar hatten wir ja in Mengen aus Uruguay für unsere Zeit in Buenos Aires mitgebracht.

Von der Florida führte man uns zu einem ehemaligen Kiosk im Erdgeschoss eines Bürogebäudes, dessen Schaufenster vollständig mit Zeitungspapier verhängt waren. Hier konnten wir einige Dollar und unsere verbliebenen Uruguay Pesos gegen Argentinische Pesos tauschen. Die Atmosphäre war entspannt und wir hatten genügend Zeit die Scheine auf ihre Echtheit zu überprüfen.

Versorgt mit ausreichend Bargeld für die nächsten Tage wollten wir uns wieder auf den Rückweg nach Palermo machen, doch die Stromversorgung in Buenos Aires machte uns zunächst einen Strich durch die Rechnung, denn in der Stadt war der Strom ausgefallen. Not-Strom-Generatoren sprangen überall an und pusteten ihre Abgase in die Luft, Ampeln funktionierten nicht mehr und in den U-Bahn-Stationen war es noch dunkler und stickiger als sonst. Das würde hier im Sommer oft passieren, hörten wir einen Argentinier sagen. Wir entschieden uns also für einen Spaziergang entlang der U-Bahn-Linie und hofften irgendwann, wenn der Strom wieder da wäre, erneut einsteigen zu können.

Zwischen all den Business-Typen wanderten wir also der breitesten Straße der Welt entgegen, wie  die Avenida 9 de Julio gerne genannt wird. Sie ist eine Hauptverkehrsader innerhalb der Stadt und ihr Name erinnert an die Unabhängigkeit Argentiniens im Jahre 1816. Schon allein das Überqueren der Straße mit ihren bis zu 20 Fahrstreifen auf 140 Metern Breite dauerte – vermutlich nicht nur durch das Stromausfall-bedingte Verkehrschaos – einige Minuten.

Inmitten der Avenida thront der Obelisk von Buenos Aires, der 1936 anlässlich des 400-jährigen Stadtgründungsjubiläums errichtet wurde. Und auch Evita (Eva María Duarte, später Perón – Nationalheldin Argentiniens) bekamen wir hier zum ersten Mal zu Gesicht – zwei riesige Bilder der berühmten Präsidentengattin prangen auf dem Gebäude des Ministerio de Desarrollo Social de la Nacion und schmücken die Av. 9 de Julio in beide Fahrtrichtungen.

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Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt: Der Obelisk an der Av. 9 de Julio.

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Evita – auf der “breitesten Straße der Welt” allgegenwärtig.

Weiter ging es über die Plaza General Lavalle und am Palacio de Justicia vorbei zum U-Bahnhof Tribunales. Der Stromausfall war inzwischen vorbei und unsere Fahrt aus der Stadt hinaus wesentlich angenehmer als hinein, denn nur wenige Menschen verließen vormittags die Innenstadt.

Dank des hervorragenden Supermarkts vor unserer Haustür und der eigenen Küche in der Wohnung, gab es am Abend Flammkuchen, auf den wir uns schon so lange gefreut hatten. Während wir es uns schmecken ließen, schmiedeten wir Pläne für unsere kommenden Tage in der Stadt.

Ein Plan wurde direkt am nächsten Tag in die Tat umgesetzt. Nach einem herrlichen Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft, starteten wir zu einer Erkundungstour durch die anliegenden Straßen. Vorbei an der Plaza Armenia, wo sich gerade ein Wochenmarkt einfand und Künstler an Holzständen ihre Arbeiten aufbauten, wanderten wir zur Plaza Serrano im Zentrum von Palermo Viejo. Cafés reihten sich hier an Bars, an Restaurants, an Bäckereien, an individuelle Klamotten-Läden, an Eisdielen – eine wirklich wunderbare und vor allem extrem grüne Nachbarschaft, in der wir hier wohnten … uneingeschränkt empfehlenswert!

Weiter ging es über die Calle Jorge Luis Borges in Richtung Plaza Italia zum Zoológico de Buenos Aires. Der 1875 eröffnete Zoo präsentiert dabei noch heute die historischen Tiergehege, deren Architektur an die jeweiligen Herkunftsländer der Tierarten angelehnt ist. So hübsch diese auch anzusehen sind, für die Tiere des Zoos sind diese leider weniger schön, da sie viel zu klein sind. Besser haben es da die Maras, die sich auf dem 18 Hektar großen Gelände frei bewegen können. So Futter-versessen, wie diese Tiere sind, braucht man nur in die Hocke zu gehen und schon kommen sie von überall herbei gelaufen … eine gute Idee also, wenn man mal ein Mara streicheln will Smiley.

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So zahlreich wie die Kaninchen in deutschen Parks: Die Maras im Zoo von Buenos Aires.

Während wir zurück zu Hause das Abendessen vorbereiteten, tat sich ab 21Uhr auf der Straße vor unserem Haus plötzlich etwas, die Kreuzungen wurden abgesperrt und Grillstände errichtet.  Vorerst waren wir ziemlich ratlos, was hier passieren würde. Wie sich dann herausstellte konnten wir die nächsten beiden Tage von unserem Balkon aus unserer ersten Murga, einer Form des südamerikanischen Karnevals, beiwohnen.

Die Murgas setzen sich aus einem (hauptsächlich männlichen) Chor und einer musikalischen Begleitung zusammen. In Buenos Aires bezeichnet Murga aber nicht nur die Gruppen aus Tänzern, Sängern und Trommlern, sondern auch den Karneval an sich, der den ganzen Sommer über andauert und für Wochen das Straßenbild in der argentinischen Hauptstadt bestimmt. Für die argentinischen Murgas sind die verzierten, selbst genähten Fräcke fast wichtiger als Tanz und Musik. Die Auftritte folgen stets einer streng festgelegten Choreographie von Liedern, Wechselgesängen und Tänzen, wobei in den Liedern politische und gesellschaftliche Themen sarkastisch aufs Korn genommen werden.

Generell nichts für Leute, die es ruhig mögen, sind doch die typischen Instrumente der Murgas Bass-Trommeln (Bombos), Becken (Platillos) und Snare Drums (Redoblantes). Am Samstag bescherten uns die Murgas “Entertainment” bis 2Uhr – am Sonntag bis 1Uhr Nachts … und das bei einer Lautstärke, als tanze die ganze Kombo direkt in unserem Apartment Smiley. Ein super Event war es trotzdem!

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Laut und bunt: Eine Murga auf den Straßen von Buenos Aires.

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… und wir saßen an zwei Abenden “auf den besten Rängen” 🙂

Der nächste Tag (Sonntag) war in unserem Sightseeing-Kalender schon fest verplant für den Besuch von San Telmo. Doch ehe wir dem ältesten Stadtteil von Buenos Aires einen Besuch abstatteten, besichtigten wir noch einige Touristen-Höhepunkte im Microcentro der Stadt.

Wir begannen unseren Sightseeing Spaziergang an der Plaza Lavalle mit dem Besuch des 1908 erbauten Teatro Colón, das bis zur Eröffnung des Sydney Opera House das größte Theater auf der Südhalbkugel war. Das Theater hat 2500 Sitz- und 1000 Stehplätze und gehört auch heute noch zu den wichtigsten Opernhäusern auf der Welt. Da wir leider keine Aufführung besucht haben, können wir nur etwas über die beeindruckende Bauweise des herrschaftlichen Gebäudes sagen, dass uns mit seinen vielen Statuen, schmiedeeisernen Eingängen und kunstvollen Wasserspeiern gut gefallen hat.

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Das Teatro Colón.

Weiter ging es für uns zur Calle Florida, um einen Blick auf und in die Galerías Pacifico zu werfen. Das exklusivste Einkaufszentrum von Buenos Aires wurde nach einem Pariser Vorbild im Jahre 1889 im Beaux Arts-Stil gebaut. Da wir aber weder Zeit, noch Lust, und schon gar nicht das passende Kleingeld für einen Einkaufsbummel in diesem Luxus-Gebäude hatten, zog es uns schnell weiter zur Plaza de Mayo.

Die Plaza de Mayo ist das Herz der Stadt und dient, wie fast alle spanischen und südamerikanischen Plazas, repräsentativen Zwecken. Rund um den rechteckig angelegten Platz befinden sich die Kathedrale von Buenos Aires, die Banco de la Nación, die Casa Rosada, der Cabildo (ehemaliger Sitz des Vizekönigs, heute ein Museum) und weitere Regierungsgebäude. Hier, im Schatten der Palmen, tummelten sich natürlich viele Touristen und auch wir mischten uns darunter.

Die nach unserem Geschmack etwas ungewöhnliche Kathedrale mit ihren 12 Säulen beeindruckte uns eher weniger und so wanderten wir durch den luftigen Park der Casa Rosada, dem argentinischen Präsidentenpalast, entgegen. Hier schaltet und waltet Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner, so wie vor ihr berühmte Staatsmänner wie Juan Perón mit seiner über den Tod hinaus verehrten Gattin Evita. Das typische Rosa der Gebäudefassade stammt aus dem Jahr 1873. Für die Farbgebung gibt es zwei Erklärungen: Einerseits wird erzählt, es sei eine Mischung aus den Farben der verfeindeten Unitarier und Föderalisten (Weiß und Rot), um die Einheit Argentiniens zu symbolisieren. Die andere Erklärung ist wesentlich profaner und besagt, dass Rosa im 19. Jahrhundert eine verbreitete Farbe für Häuseranstriche war, die durch die Mischung von Kalk und Ochsenblut entstand.

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Vor der Kathedrale von Buenos Aires, die eher einem griechischen Tempel gleicht.

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Die Casa Rosada – der argentinische Regierungssitz. Von einem der Balkone hielt einst Eva Perón ihre bekannte Rede an das argentinische Volk.

Von hier aus folgten wir der Calle Defensa nach San Telmo. Altbauten aus dem 19. Jahrhundert prägen das Stadtviertel und Straßenkünstler, Kunst und Antiquitätenhändler säumten die Straße auf dem Weg zur Plaza Dorrego, wo jeden Sonntag ein bekannter Antiquitätenmarkt stattfindet. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel, in den Straßen war es heiß und voll. Händler verkauften hier nicht nur schönes Kunsthandwerk, sondern auch Kitsch oder den üblichen Snack. An jeder Ecke gab es etwas zu gucken und zu erleben und erst kurz vor der Plaza Dorrego nahmen die eigentlichen Antiquitätenläden und –stände zu.

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Je näher man der Plaza Dorrego kam, desto mehr lösten echte Antiqitäten das Kunsthandwerk für Touristen ab..

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Alte Soda-Flaschen.

Wir verbrachten einen schönen, wenn auch anstrengenden Vormittag in der Stadt und fuhren schon gegen 14Uhr zurück in Richtung Palermo, denn ich hatte an diesem Tag noch einen weiteren Termin.

Im Jahr 2008 hatten wir bei meiner damaligen Arbeitsstelle Besuch von einer argentinischen Gastwissenschaftlerin aus Buenos Aires. Als irgendwann feststand, dass Florian und ich 2013 in Südamerika verbringen würden, habe ich mich mit Mariela in Verbindung gesetzt und wir planten ein Treffen für unsere Zeit in der Hauptstadt. Am 23.02. war es dann tatsächlich soweit und Mariela klingelte um halb vier an der Tür unseres Apartments.

Sie hatte viele Pläne und nahm mich mit auf einen Insider-Spaziergang durch das belebte Palermo. Es war Sonntag und viele Menschen tummelten sich auf den Straßen, in den Parks und Cafés am Straßenrand. Mariela hatte viel über diese Gegend zu erzählen, stammte ihr Mann doch von hier und auch sie selbst hatte zu Studenten-Zeiten in Palermo gewohnt und gearbeitet. Es war wunderbar mit ihr durch den Stadtteil zu wandern, Tipps zu Cafés und Restaurants zu bekommen. Lange saßen wir in einem Café und wir brachten uns gegenseitig auf den neuesten Stand – sie erzählte von ihrem Leben hier und ich brachte sie, soweit ich das konnte, auf den neusten Stand aus Deutschland. Es war ein schönes Wiedersehen!

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Ein Wiedersehen mit Mariela in Palermo.

Für den nächsten Tag hatten wir uns – mal ganz Touri-typisch – für eine Fahrt mit dem Buenos Aires Bus entschieden. Dabei handelt es sich um eine Hop-On/Hop-Off Busfahrt inklusive Audio-Guide vorbei an allen touristischen Highlights der Stadt (Tickets können für 24h oder 48h gekauft werden). Auf diesem Wege lernten wir die riesige Stadt noch einmal von ganz anderen Seiten kennen und überwanden die großen Entfernungen innerhalb der Metropole mit Leichtigkeit.

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Eher untypisch für uns – Mitfahrer in einem Touristen-Bus.

Kleine Ausflüge unternahmen wir beispielsweise in La Boca im Süden der Stadt. Eigentlich ein weniger schönes Stadtviertel, dennoch Heimat des Fußball-Vereins Boca Juniors und des netten, wenn auch touristischen El Caminito – einem Gässchen, das sich durch wundervolle Häuser auszeichnet, die angeblich aus dem Blech abgewrackter Schiffe gebaut und mit Schiffslack bunt bemalt wurden.

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Der Eingang zur “Bombonera”, dem Stadion der Boca Juniors.

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Ebenfalls im Stadtteil La Boca: Der Caminito.

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Caminito bedeutet “kleiner Weg” – und dieser Weg führte vorbei an vielen bunten Häusern.

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Kein Wunder, dass wir bei diesem farbenfrohen Wahrzeihen der Stadt nicht die einzigen Touristen blieben.

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Ein nettes “Eckchen” in dem sonst weniger lieblichen Stadtteil La Boca.

Weiter ging es durch den exklusiven Hochhaus-Stadtteil Puerto Madero in den grünen und exklusiven Norden der Stadt. Am Museo Nacional de Bellas Artes verließen wir den Bus im Stadtteil Recoleta wieder. Hier besuchten wir die Skulptur „Floralis Genérica“ vom Künstler Eduardo Catalano im Parque Thays. Die im Jahr 2002 gefertigte Aluminium-Skulptur stellt eine 20m große, künstliche Blüte dar. Ihre Blütenblätter öffnen sich um 8Uhr morgens und verschließen sich bei Sonnenuntergang.

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Blütenkunst im Stadtteil Recoleta.

Nur wenige hundert Meter von der riesigen Blume entfernt, betraten wir den Cementerio de la Recoleta. Er ist die Ruhestätte zahlreicher wohlhabender und prominenter Einwohner aus der Geschichte der Stadt und des gesamten Landes. Hier wurden argentinische Präsidenten bestattet, Profisportler, Wissenschaftler und Schauspieler … zu den bekanntesten Persönlichkeiten zählt auch hier wieder die 1952 beerdigte Evita Perón. Eine Woche vor unserem Besuch stand das Mausoleum zur rechten ihrer Grabstätte für 150.000 US$ zum Verkauf … die Tatsache, dass es bereits am selben Tag verkauft war, zeigt wie groß auch heute noch die Verehrung der Präsidentengattin ist.

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Prunkvolle Grabstätten zieren auch hier die Gassen des berühmten Friedhofs.

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Erinnerungen an den Freidhof in Punta Arenas werden wieder wach – wenn auch das Klima (zum Glück) ein anderes war :-)!

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Das Grab der Eva Peron oder besser gesagt ihrer Familie.

Gleich gegenüber des Friedhofs stärkten wir uns im Restaurant La Biela im Schatten eines Gummibaum-Riesen aus dem 19. Jahrhundert, ehe wir den Rückweg nach Palermo antraten.

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Eiskalte Cola und ein Sandwich mit “Queso y Jamón” verhalfen uns zu neuen Kräften nach der anstrengenden Sightseeing-Tour.

Aufgrund der Tatsache, dass der günstige Dollar-Tausch-Kurs Argentinien für uns zu einem günstigen Reiseland machte und man unserer Kleidung die vergangenen 13 Monate wirklich ansehen konnte, hatten wir entschieden in den kommenden Tagen den Einkaufszentren der Stadt einen Besuch abzustatten.

So besuchten wir am Abend nach unserer Bustour noch die nahgelegene Alto Palermo Shopping Mall, testeten am kommenden Tag die Outlet-Stores in Aguirre und fuhren zum Abasto Shopping Center. Zu einer wahren Kauf-Orgie wurden unsere dortigen Besuche aber nicht … wer ein Jahr lang immer darauf bedacht ist, sparsam zu leben, kann nicht plötzlich das Geld zum Fenster rauswerfen Smiley.

So investierten wir in den letzten Tagen lieber noch mal in herrlichstes  Rinderfilet und köstlichen Rotwein, genossen unsere Ferienwohnung und die Ruhe vor der Rückkehr.

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Da wir schon wussten, wie sehr uns das argentinische Rindfleisch fehlen würde, haben wir in unserer Woche nochmal 5kg  „auf Vorrat“ gegessen! 🙂

Denn am Morgen des 27.02. übergaben wir die Wohnung an unseren Gastgeber Matías, verabschiedeten uns und fuhren bei herrlichstem Wetter mit dem Taxi aus der Stadt zum internationale Flughafen in Ezeiza, wo um 13Uhr Ortszeit unser Flugzeug in Richtung Madrid startete.

Unsere Rückkehr nach Europa – jetzt war das Ende unserer 13 Monate also tatsächlich da.

Und wir beide fragten uns:

Sind wir nicht gestern erst in Südamerika angekommen?

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