Mit dem Pinzgauer ins Pantanal

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05.04.2013 – 24.04.2013

(Mato Grosso do Sul: Ponta Porã, Jardím, Buraco das Araras, Bonito, Campo dos Indios, Miranda, Nhêcolandia, Aquidauana bis Rio Verde do Mato Grosso, Jaciara; Mato Grosso: Cuiabá, Poconé, Transpantaneira, Cáceres)

Nach der schönen Zeit in Paraguay ging es für uns erneut nach  Brasilien – das größte Land des südamerikanischen Kontinents. Hier gibt es ohne jeden Zweifel unglaublich viel zu sehen, aber leider sind auch die Entfernungen in diesem Land, selbst für südamerikanische Verhältnisse, riesig. Wir hatten uns daher von vornherein vorgenommen, dass wir uns bei der Wahl der Ziele sehr beschränken wollen: 1) weil hier Portugiesisch gesprochen wird – eine Sprache, die wir noch weniger beherrschen als unser holpriges Spanisch und 2) weil wir in Anbetracht unserer weiteren Reiseroute leider einfach nicht die Zeit dazu haben dieses riesige Land zu erkunden.
Daher sollte unser vorerst letzter Brasilien-Besuch dieser Reise in erster Linie  der Erkundung des Pantanals dienen, dem größten zusammenhängenden Sumpfgebiet der Welt und seit vielen Natur-Dokumentationen ein  Traum von uns beiden! Smiley

Der Grenzübertritt erfolgte in einer zusammengewachsenen, paraguayisch-brasilianischen Stadt … Ponta Porã (brasilianisch) und Pedro Juan Caballero (paraguayisch) sind dabei eigentlich nicht voneinander zu unterscheiden. Es geht einfach so vom einen ins andere Land und von einer in die andere Stadt über, ohne dass man es irgendwie merken könnte. So kam es dann auch, dass wir ganz blauäugig plötzlich – und ohne Ausreisedokumente – durch Brasilien fuhren Smiley. Also wieder zurück und nach der paraguayischen Migración (Einwanderungsbehörde)und dem Aduana (Zoll) suchen – in diesem Fall in einem Gebäude. Bei den Brasilianern sah das anders aus – die Migração und Receita Federal lagen 16 Blocks auseinander, da hieß es also erstmal Durchfragen und das auf nicht vorhandenen Portugiesisch-Kenntnissen! Klappte aber dann doch erstaunlich gut und für alle nächsten Reisenden können wir hier gerne GPS-Koordinaten der Behörden zur Verfügung stellen.

Nun waren wir also endlich auch offiziell wieder in Brasilien. Ein Geldautomat war schnell gefunden und der Tank befüllt, es konnte also losgehen in Richtung Jardím. Mit – für unsere Verhältnisse – eher schlechtem Kartenmaterial fuhren wir also nicht nur Jardím, sondern auch dem schlechten Wetter entgegen und erreichten bei Gewitter und Dauerregen die Kleinstadt kurz vor dem Buraco das Araras. Bei einsetzender Dämmerung erreichten wir gerade noch rechtzeitig den einzigen Campingplatz der Gegend, der Quinchos, Strom und jede Menge Bare-Faced Currasows, eine Art Buschhuhn, zu bieten hatte. Auch ein Balneario (Schwimmbad) hätte es für 25 Reais (1€ = 2,56 Rs) pro Person gegeben … aber bei Regen und grauem Himmel stand uns nicht der Sinn nach Schwimmen.

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Der nächste Morgen brachte erstmal noch mehr Regen, dafür aber die ersten großen Aras der Reise (Grünflügel Ara), die sich zum Frühstück zu uns gesellten und in den Bäumen Früchte fraßen. Leider ließ die Sonne weiter auf sich warten. Schade, denn wir hatten uns vorgenommen den Buraco das Araras zu besuchen. Übersetzt heißt das Ganze soviel wie “Loch der Aras”, denn es handelt sich um eine im Jahre 1912 entdeckte Doline (oder auch Karsttrichter), die vor ca. 200 000 Jahren einstürzte und einen 100m tiefen und 160m breiten Krater gebildet hat. Hier nisten und brüten die Grünflügel Aras in Nischen und auf Vorsprüngen an den steilen Kraterwänden der Doline. Bei Sonnenschein muss das ein unglaublicher Anblick sein, wie die ziemlich laut kreischenden Groß-Papageien mit ihrer leuchtend-roten Farbe durch die Lüfte sausen. Außerdem leben am Grund des eingestürzten Trichters in einem winzigen Tümpel ein weibliches und ein männliches Krokodil, die sich – einer Familientragödie nahekommend – aus Mangel an Beute (auch) von ihren eigenen Jungtieren ernähren. Eins der Elterntiere haben wir mit dem Fernglas entdecken können … und noch mindestens ein Jungtier Zwinkerndes Smiley.
Wir hatten am Buraco das Araras aber leider ein bisschen Pech – denn neben fehlendem Sonnenschein, kamen wir auch in der völlig falschen Jahreszeit: Mit dem Ende des Sommers legen die Aras eine Ruhepause ein, so dass kaum Vögel zu sehen waren. Ein paar Verstreute saßen in den Bäumen, aber eben leider keine Schwärme oder brütende Paare. Hier würden wir das nächste Mal den Besuch von der Jahreszeit abhängig machen (hätten wir’s gewusst), denn 38 Reais sind für das, was wir gesehen haben, dann doch ein wenig viel.

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Also ging’s weiter zum nächsten Highlight an der Route Richtung Pantanal – Bonito. Im Grunde ist Bonito eine kleine Stadt, die es sich zum Ziel gemacht hat die Touristen in Schwärmen anzuziehen und praktisch jede Sehenswürdigkeit nur als feste Tour anzubieten. Alleine kann man da praktisch gar nichts mehr erkunden. Sehr schade, denn Bonito besitzt eigentlich so einige sehenswerte Attraktionen – darunter die Grutta do Lago Azul und das Flusstauchen in den vielen Flüssen der Gegend (Río Formoso, Rio Sucuri, etc.), in denen viele große und zum Teil bunte Fische leben.
Wir hatten aber keine Lust für all diesen Kram – der ausschließlich mit einem Guide möglich gewesen wäre – viel Geld auszugeben und quartierten uns in der ersten Nacht in Bonito auf dem Campingplatz do Gordo ein … ein nettes Plätzchen außerhalb der Stadt für 25 Reais/P, an dem der Río Formoso vorbeiläuft. Hier gab’s viele Möglichkeiten alleine am Fluss schwimmen zu gehen und so konnten wir  die Guide-Plicht umgehen, auch wenn es sicher noch bessere Plätze zum Schnorcheln und Fische beobachten in Bonito gibt. Der Fluss war zwar nach dem heftigen Regen der letzten Tagen längst nicht so klar wie sonst, aber dennoch konnten wir beim Schwimmen die großen und bunte Fische im Fluss erkennen. Sehr schön – und vor allem eine willkommene Abkühlung bei den schwülen 35°C.

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Auch am nächsten Tag blieben wir noch in Bonito, denn es regnete wie aus Kübeln. Nur den Campingplatz wechselten wir und kamen so der eigentlichen Stadt etwas näher. Auf dem Campingplatz direkt am Balneario Municipal (Camping Rio Formoso) bezahlten wir 15 Reais/P und genossen die heißen Duschen und die vorhandene Quincho, die bei Regen unsere 4m2 dann doch ein wenig erweiterte Smiley. Eigentlich waren wir hier – trotz des Regens – ziemlich zufrieden … doch dann versagte unser Kühlschrank – und zwar vollends.

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Das Ganze passierte leider mit einiger Vorankündigung, denn schon seit geraumer Zeit polterte der Kompressor verdächtig vor sich hin … und in Bonito war es dann leider soweit. Auch die Jungs einer “Wir-reparieren-alles”-Werkstatt konnten da nicht viel machen. Und so stellten wir uns dann im Supermarkt vorerst auf ein Leben ohne Kühlschrank ein: Statt Milch wurde Milchpulver gekauft, statt Käse und Wurst mussten wir nun auf Erdnussbutter für’s Brot umsteigen und an Fleisch oder gekühlte Sachen war nun erstmal nicht mehr zu denken. Kulinarisch ein herber Rückschlag Smiley. Und um nicht für immer so weiterleben zu müssen Zwinkerndes Smiley, wollten wir in den größeren Städten am südlichen Rand des Pantanals nach einem neuen Kompressor suchen.

Vorher machten wir jedoch einen großartigen Abstecher über eine tolle Strecke in Richtung Campo dos Indios, ein Gebiet der brasilianischen Ureinwohner. Dort sollte es an einer Stelle einen ganz wunderbaren Ausblick über das Tal geben, in dem das Reservat liegt. Wir kamen zwar bei Nieselregen und im Dunkeln an, aber am nächsten Morgen erkannten wir, dass wir genau an der Abbruchkante zum weitläufigen Tal standen, durch das Flüsse mäandrierten und der Regenwald alle Hänge überzog. Traumhaft, auch wenn der Rückweg – dank der Regenmassen der letzten Tage – sehr schlammig war und so einigen Lkws an den Steigungen das Genick gebrochen hatte … hier kamen sie nur mit der Hilfe einer Planierraupe wieder raus, während wir vorsichtig an ihnen vorbei und weiter nach Miranda fuhren.

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In Miranda hatten wir von anderen Reisenden den Tipp bekommen bei “Miriam” vorbeizuschauen, eine Schweizerin, die schon seit mehreren Jahren dort eine Farm besitzt, Touristen aufnimmt und Touren ins Pantanal organsiert. Der GPS Punkt, den wir hatten, stimmte aber absolut nicht mehr und so begann für uns ein lustiges Fragespiel, das uns durch ganz Miranda führte. Schließlich und endlich fanden wir Miriam  … und zwar auf ihrer wirklich schönen und neuen Ranch (—> Pantanal Ranch Meia Lua), wo wir gleich das erste Reisemobil seit Eröffnung waren Smiley, denn erst seit Dezember 2012 betreibt Miriam diese Farm, auf der Zimmer gemietet werden können. Auch für’s Essen ist dort bestens gesorgt, wenn man möchte.

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Auf Campinggäste ist sie allerdings noch nicht sonderlich eingestellt – dennoch waren wir willkommen. Unkomplizierte Campinggäste, die sich von der kalten Außendusche am Pool nicht abschrecken lassen, werden es hier sicher schön finden, denn es ist ruhig, es gibt viele, viele Tiere und die Leute hier waren sehr nett. Allen voran natürlich Miriam, die für uns eine Flusstour inklusive Piranha-Angeln auf dem Rio Miranda organisierte. Glück für uns, dass wir diese Tour mit einem anderen Paar (Kristin und Alirio) unternehmen konnten, wodurch wir eine Menge Geld sparten und den doppelten Spaß hatten!

Zur Tour brachen wir morgens um 5:45Uhr auf, denn Kreoni – der Bootsführer unseres Trips – wohnte im ca. 120km entfernten Passo do Lontra an der südlichen Estrada Parque. Schon vor 8Uhr waren wir auf dem kleinen Schiff und sausten stromaufwärts der steigenden Sonne entgegen, während Einheimische von ihren Booten aus angelten. Die Tour sollte uns den Rio Miranda sowie einige Kilometer den Rio Vermelho hinauf schippern, bevor wir mit dem Piranha-Angeln beginnen und wieder zurück zu Kreoni fahren würden, dessen Frau uns aus den Piranhas unser Mittagessen kochen würde.
Während ich zunächst noch ein bisschen an der Bootstour zweifelte (schließlich hatten wir ja schon im argentinischen Iberá eine solche Tour durch die Sümpfe gemacht), entpuppte sich der Trip (für ca. 70 Reais/ Person) als richtiger Geheimtipp: Wir sahen nicht nur wieder hunderte Kaimane, Caracaras und andere Wasservögel, sondern nun auch die großen Kingfisher, Brüllaffen ganz nah und vor allem – als Highlight – die Riesenotter! Unglaublich, wie groß die sind! Eine ganze Familie von fünf bis sechs Tiere ahlte sich am Sandstrand in der Sonne und fühlte sich durch uns leider doch ein wenig gestört, so dass sie ins Wasser glitten. Auch der Rückweg bescherte uns noch ein paar der schwimmenden Riesenotter, die immer wieder neugierig ihre Köpfe aus dem Wasser streckten. Richtig toll!

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Die Riesenotter alleine hätten die Tour schon sehenswert gemacht, aber das Piranha-Angeln war das i-Tüpfelchen des Ausflugs! Ein großartiges Erlebnis: Geangelt wird hier mit einfachen Bambusrouten, an denen der Haken mit einem Blei beschwert, an der Angelschnur baumelt. Kreoni heftete uns immer wieder dicke Stücke Fleisch an die Haken, bevor wir Vier die Köder ins Wasser senkten. Während im Rio Vermelho noch nix beißen wollte, meinte Petri es im Rio Miranda gut mit uns! Und dabei durfte ich sogar die Erste sein, die einen Piranha an der Angel hatte! Smiley Großartig und spannend, wie man das Knabbern der Fisch an der Schnur spürte, etwas wartete und dann mit einem Ruck den Fisch auf den Haken zog. Natürlich nur, wenn man Glück hatte, denn das eine oder andere Mal hatten sich die Piranhas natürlich auch nicht festgebissen. So fingen wir insgesamt neun Piranhas – mal größer, mal kleiner – und ich kann (mit ein bisschen Stolz Smiley) behaupten, dass fünf davon an meinem Haken hingen! Smiley Jetzt werd ich auf jedenfall zur Anglerin, so viel Spaß hatte ich dabei! Zwinkerndes Smiley

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Auch das Essen nach unserer Rückkehr war fantastisch – einfach, ursprünglich und lecker … vermutlich gerade, weil wir den Fisch selbst gefangen hatten! Zu Reis, Bohnen und Nudeln gab’s also dann unseren gefangenen Piranha in zwei Zubereitungsarten: Einmal in gegrillt und einmal in einem Teig ummantelt und frittiert. Köstlich!
So hatten wir mit Kristin und Alirio einen herrlichen Tag, an den – zumindest ich – noch lange denken werde. Denn wer kann schon sagen, dass sein erster geangelter Fisch ein Piranha war! Zwinkerndes Smiley

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Mit ein wenig Sonnenbrand und ein paar Mückenstichen mehr, kehrten wir nach Miranda zurück, wo wir dank Miriams Hilfe und den Verweis auf einen Mechaniker, einen Refrigeração gefunden hatten. Dabei handelt es sich um einen Mechaniker, der sich nur auf Kühlschränke spezialisiert hat … und sich unseres Kompressors angenommen hatte. Für umgerechnet 180€ bekamen wir einen neuen Kompressor, der fertig eingebaut wurde und wieder funktionierte! So ging also unser erster Weg in den Supermarkt! Smiley
Da hier in Brasilien trinkbarer Wein zu bezahlbaren Preisen einfach nicht vorhanden ist, sind wir auf Caipirinha umgestiegen, denn Limetten und vor allem Cachaça unglaublich günstig. So gab es  nach dem tollen und erlebnisreichen Tag am Abend  ein Gläschen Caipirinha! Smiley

Für den nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen das südliche Pantanal zu erkunden. Und zwar hatten wir die Trackdaten vorheriger Reisender, die von West nach Ost durch’s Pantanal gefahren waren. Das wollten wir auch! Also fuhren wir los und fragten, wie uns von Miriam empfohlen wurde, bei Qué Qués Bar mitten im Nirgendwo an der südlichen Estrada Parque. Hier würde man erfahren, ob eine Durchfahrt überhaupt möglich sei … traurigerweise wurde uns hier schon gesagt, dass eine West-Ost-Durchfahrt momentan wohl undenkbar sei, denn das Wasser würde teilweise weit mehr als mannshoch stehen. Das entmutigte uns etwas, dennoch fuhren wir los … wir wollten einfach mal sehen, bis wohin wir kämen!
Und es lohnte sich – die Strecke war herrlich, sehr sandig und führte immer wieder durch kleine Dschungelwäldchen und dann wieder vorbei an ausgedehnten Kuhweiden. Außerdem hatten wir traumhaftes Wetter. Immer wieder sahen wir Red-legged Seriemas, Savannah Eagle und Kuhreiher, die bei den Brahmas auf den Weiden standen. Hier sahen wir auch zum ersten Mal die fast zutraulichen Spießhirsche in größeren Gruppen und – das Highlight des Tages – keine zwei Sekunden später einen vor uns flüchtenden Puma! Dem hatten wir durch unser Näherkommen wohl das Mittagessen vermiest Zwinkerndes Smiley.

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Kurze Zeit später sollte sich jedoch Qué Qués Prophezeiung bewahrheiten – bis zum Kopf stand uns das Wasser zwar (noch) nicht, aber auch für den Pinzgauer wäre das Wasser bei der Weiterfahrt zu tief gewesen. Da wir schon ordentlich nasse Füße im Führerhaus hatten und das Wasser begann in den Wohnraum zu laufen,  entschieden wir uns schweren Herzens für den Rückzug! Smiley Schade eigentlich, denn den Weg auf der anderen Seite des hier doch noch sehr stark gefluteten Tümpels konnten wir sehen. Durch die Sumpfigkeit des umliegenden Geländes war auch keine Umfahrung möglich … und so mussten wir leider umkehren. Schade, aber immerhin hatten wir ja den Puma gesehen! Smiley

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Weil wir nun eh wieder nach Osten mussten – über Asphalt Trauriges Smiley  – steuerten wir erneut Miriam in Miranda an. Und als wir auf den Hof fuhren, und ein Wohnmobil mit wehenden, bunten Gebetsfähnchen aus Asien sahen, war uns sofort klar: Das können nur Angelika und Roland sein! Die beiden hatten wir 6 Wochen zuvor in Foz do Iguaçu zusammen mit Helge und Ulla kennengelernt.  Da gab es natürlich eine herzliche Begrüßung und große Freude über das unverhoffte Wiedersehen! Hatten wir nicht schon mal gesagt, dass Südamerika doch nur ein Dorf ist? Smiley Unser Abend war also schon vorgeplant – wir verbrachten ihn zusammen mit den beiden, genossen Rolands wunderbaren Wein und tauschten die Erlebnisse aus, seit wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Während wir noch einen Tag bei Miriam blieben, brachen Angelika und Roland am nächsten Morgen jedoch schon zu ihrer eigenen Pantanal Tour auf.

Das machte uns dann, mit wieder funktionierendem Kühlschrank, den endgültigen Aufbruch von Miriam nicht mehr sehr schwer und wir folgten der Asphaltstraße bis Aquidauana. Von dort führen zwei Routen nach Rio Verde do Mato Grosso – die eine an den Sümpfen entlang, die andere etwas höher gelegen in den Hängen der angrenzenden Berge. Wir entschieden uns zunächst für die untere Strecke und fuhren die roten Erdpisten immer entlang der Sümpfe. Schön war’s hier, denn nur wenige andere Autos oder Lkw begegneten einem. Es ging immer wieder vorbei an riesigen Weiden, auf denen nicht nur Brahmas, sondern auch viele Nandus, Seriemas und der ein oder andere Spießhirsch zu sehen waren.

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Der nachfolgende Teil der Strecke – von Rio Verde do Mato Grosso bis Cuiabá – ist eher langweilig und ziemlich öde gewesen. Erstens gibt es hier nur die Asphaltstraße, die alle nehmen. Das heißt auch alle Lkw, die mit ihren zum Teil lebensgefährlichen Überholmanöver immer wieder für ungewollte Spannung sorgen – schrecklich, denn leider kommen die Lkws hier auf der Straße in einem 5:1 Verhältnis zu normalen Pkws vor. Und zweitens hat die Strecke landschaftlich gar nichts mehr zu bieten. Man ist meilenweit entfernt von den Sümpfen und die Gen-Mais- und riesigen Zuckerrohr-Felder ziehen sich bis an den Horizont. Auf diesem Teil der Strecke haben wir nur zugesehen, dass wir schnell weiterkommen, fuhren viel und übernachteten an mehreren Postos (in Brasilien Tankstellen mit Rastmöglichkeit, Bädern und Restaurant).

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An einem solchen Posto kurz vor Cuiabá lernten wir den netten Lkw-Fahrer Walter Knebelkamp kennen, dessen Vorfahren irgendwann nach Brasilien ausgewandert waren  … er konnte uns an diesem Abend Übersetzungshilfe mit den anderen Lkw Fahrern leisten, denn überall, wo der Pinzi steht ist er natürlich immer irgendwie Mittelpunkt und Fotoobjekt für die Handykameras. Walter hätte uns sehr gerne zu sich nach Hause eingeladen, aber die 1800km Umweg, die das für uns bedeutet hätten, waren uns dann leider doch etwas zu viel.

Von Cuiabá sollte es für uns aber noch mal von Norden über Poconé ins Pantanal über die Transpantaneira bis Porto Joffre gehen. Hier wurde die Landschaft dann endlich wieder schön. Bei traumhaftem Wetter tauchten wir wieder ein in die Sümpfe, während die Einheimischen an den Furten und Wasserlöchern angelten und den Tag genossen. Hunderte Kormorane, Kingfisher, Caracaras und Kuhreiher taten es ihnen gleich und boten sich uns immer wieder als Fotoobjekte an.

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Kaimane sah man hier jedoch viel seltener als im Süden, dafür konnten wir aber die nur hier vorkommenden Hyazinth Aras durch die Lüfte fliegen sehen.
Bei der Vielzahl an Möglichkeiten der Übernachtung an der Transpantaneira hatte man die Qual der Wahl, wo man über Nacht bleiben wollte – der einzige Unterschied zwischen den Übernachtungsmöglichkeiten findet sich natürlich im teilweise unverschämt hohen Preis Smiley. Wir suchten uns das mit Abstand heruntergekommenste Pousada (heißt übersetzt soviel wie “Pension”) Schild am Straßenrand aus (Pousada Rio Clarinho) und zahlten nur 15 Reais pro Person für einen wunderbaren Blick auf den Rio Clarinho und eine unglaubliche Abend-Geräuschkulisse mit schreienden Buschhühnern, Brüllaffen und den zur Nacht rufenden Mohrenibissen. Außerdem kommt hier ab und zu ein Paar Gelbbrustaras vorbei, das keine Angst vor uns hatte und sich – mit Apfelstückchen als Bestechung – ausgiebigst fotografieren ließ Smiley.

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Am nächsten Morgen wollten wir früh aufbrechen, um auf unserem Weg bis Porto Joffre, dem letzten erreichbaren Ort im nördlichen Pantanal, möglichst viele Tiere zu Gesicht zu bekommen. Doch auf dem Hinweg sahen wir außer den bereits bekannten Wasserschweinen und vielen weiteren, zum Teil extrem baufälligen Holzbrücken(122 Brücken auf 148km) eigentlich nichts. Der Weg war dennoch schön, was sicher auch an dem traumhaften Wetter lag. Doch all die schönen Umständen konnten uns dann doch nicht darüber hinwegtrösten, dass irgendwo auf dem Weg nach Porto Joffre unser in Miranda reparierter Kompressor erneut das Zeitliche segnete – es rappelte und polterte, aber Kühlen konnte er nicht mehr. Gerade mal 9 Tage hatten wir wieder von kalten Getränken und länger haltbaren Lebensmitteln profitieren können … und nun war’s wieder vorbei. Das drückte unsere Stimmung dann doch erheblich.
Porto Joffre selbst hat außer ein paar überteuerter Übernachtungsmöglichkeiten und einem Flugplatz mitten im Sumpf nicht viel zu bieten, daher drehten wir ziemlich schnell wieder um und machten uns auf den Rückweg zur Pousada Rio Clarinho. Und irgendwie meinte man es dann doch noch gut mit uns, denn wir sahen nun endlich ein paar Tiere, die wir morgens an der Strecke noch vergeblich gesucht hatten: Ein Nasenbär überquerte in Windeseile den Weg, eine junge Sumpfhirsch-Kuh rannte in eher ungelenkem Galopp vor uns die Straße entlang und ein Jabiru, der größte Storch der Welt, klapperte in einem Tümpel mit dem Schnabel. Doch das Highlight war … ein Großer Ameisenbär, der gemütlich am Wegesrand entlang trottete! Leider kam genau in dem Moment ein anderes Auto vorbei, so dass er im Dickicht verschwand – aber so schnell gaben nicht auf! Wir sprangen mit unseren Kameras aus dem Auto und folgten ihm im Dickicht am Straßenrand. Ein richtig gutes Foto kam dabei jedoch nicht heraus. Aber gesehen haben wir ihn! Endlich! Smiley

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Mit etwas Fantasie lässt sich hier der Ameisenbär entdecken Zwinkerndes Smiley.

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Nach all diesen schönen Erlebnissen konnten wir dann ruhigen Gewissens unsere Ausreise aus Brasilien vorbereiten und verließen am nächsten Tag das wunderbare Pantanal. Aus der Natur ging’s für uns also wieder in die Stadt … und zwar nach Cáceres. Hier erledigt man die Migrations- und Zollangelegenheiten für den Grenzübertritt nach Bolivien (San Matías), denn an der eigentlichen Grenze gibt es keine Grenzbeamten.
Da wir ein Händchen dafür haben immer Mittags irgendwo anzukommen Zwinkerndes Smiley, hatten beide Behörden natürlich noch Mittagspause. Das gab uns aber die Zeit einem Rat von Angelika und Roland zu folgen: “Verlasst Brasilien auf keinen Fall, ohne vorher in einer Churrascaria vorbeigeschaut und Churrasco Rodizío gegessen zu haben!”
Gesagt getan! Smiley Churrascarias findet man überall in Brasilien, wobei uns gesagt wurde, dass sie besonders an Postos gut sein sollen und dort von den vielen Lkw-Fahrern frequentiert werden. Bei dieser Art Restaurant handelt es sich um ganz einfache Einrichtungen ohne viel Ambiente (Gartenmöbel mit Plastiktischdecken), die sich auf das Braten von Fleisch am Spieß spezialisiert haben … und gefunden war eine solche Churrascaria schnell!
Also gingen wir hinein und aßen köstliches Churrasco Rodizío, was bedeutet, dass immer wieder und so lange man will Spieße mit Fleisch und anderen Leckereien an deinen Tisch gebracht werden und man sich die Menge und das Stück Fleisch selbst aussuchen darf, bevor es vom Spießträger fachgerecht und frisch vom Spieß auf deinen Teller geschnitten wird. Köstlich! Und das, obwohl das Fleisch einfach nur gesalzen und überhaupt nicht mariniert wird … der Geschmack war einfach gnadenlos gut. Dazu kann man sich – so oft man mag – am Büffet Salate, oder Salat-Zutaten, sowie Maniok, Reis, Nudeln oder andere regionale Köstlichkeiten auf den Teller laden. Ganz besonders gut haben uns dabei gebratene Bananenscheiben geschmeckt, die viel weniger süß waren als man es von den in Deutschland Erhältlichen kennt.
Immer wieder wurden die Spieße mit knusprig brauner Rinderlende, Filet Mignon, Hühnerherzen (gar nicht mal so übel) und Picanha (Tafelspitz mit Fettschicht) herumgebracht … doch die unglaubliche Entdeckung dieses Restaurantbesuchs blieb die am Spieß gebratene und mit Zimt und Zucker bestrichene Ananas – einfach unbeschreiblich gut und dringend nachahmungswürdig! Smiley

Dick und rund haben wir uns hier für 23,50 Reais/ Person (ungefähr 9,20€) gegessen … und gleichzeitig die Mittagspause der Behörden überbrückt, die wir nun anschließend besuchen konnten. Dank der GPS Punkte vorheriger Reisender waren die Migration und der Zoll schnell gefunden und wir reisten – zumindest auf dem Papier – inklusive Pinzgauer bereits aus Brasilien aus.Churrasco

Die Nacht wollten wir an dem Churrascaria-Posto verbringen, doch irgendwo sah es uns dort am Abend nicht mehr so gut aus und wir fühlten uns dort nicht wirklich wohl (Cáceres ist Grenzstadt und liegt auf der Route des Drogenschmuggels zwischen Bolivien und Brasilien). Und als dann auch noch die Tankstelle Anstalten machte für die Nacht zu schließen, war uns klar, dass wir woanders würden hinfahren müssen. Also packten wir unsere Sachen und fuhren zur Polizei, wo wir von einigen Beamten zu einem Kollegen geführt wurden, der Englisch sprach. Der saß gerade mit einem Militärpolizisten am Tisch, als wir in den Raum geführt wurden und uns nach einem sicheren Stellplatz für die Nacht erkundigten.
Kaum hatten wir unser Anliegen auf Englisch unterbreitet, da fragte uns der Militärpolizist auf Deutsch: “Wo kommt ihr denn her?” Bei dem Glück, das wir bisher hatten, waren wir also wieder auf jemanden gestoßen, der Deutsch sprechen konnte Smiley. Markus, der Militärpolizist mit deutschem Vater und brasilianischer Mutter, sagte uns, dass wir gerne einfach bei ihnen vor der Kaserne stehen könnten, dort wäre es sicher. Und so kam es dann, dass wir bei einsetzender Dunkelheit mit Militärpolizeieskorte und Blaulicht von zwei Motorrädern durch Cáceres bis zur Kaserne begleitet wurden.
Als wir uns bereits für die Nacht eingerichtet hatten, kam Markus erneut vorbei und sagte uns, dass er gerade mit seinem Vater gesprochen hätte und er sich freuen würde, wir würden bei ihm vorbeikommen. Also packten wir alle Sachen wieder zusammen und wurden erneut von der Polizeieskorte (zwei Motorräder mit insgesamt drei Mann, davon einer mit Pumpgun) durch das nächtliche Cáceres geführt und landeten bei Markus’ Papa, der ebenfalls Markus heißt!
Markus kam Mitte der 70’er Jahre nach Brasilien und verliebte sich in die Straßenkinder vom damals übelsten Stadtviertel in Cáceres. Hier baute er zusammen mit seiner Frau eine Kindertagesstätte (die Creche Evangelica) für heute 65 Kinder auf. Er finanziert sich dabei nicht nur aus Spenden, sondern sucht ständig nach neuen Wegen um Geld in die Kassen zu spülen. So besitzt die Kita mittlerweile zwei Farmen, die Gemüse und Milch für die Supermärkte in Cáceres produzieren, eine Schreinerei, die Möbel herstellt, sowie eine Halle und Häuser, die für Tagungen oder Hochzeiten gemietet werden können.
Alles in allem ein herzensguter Mensch mit vielen Ideen, der von uns für unseren Aufenthalt keinen Pfennig haben wollte. Das Ganze gefiel uns so gut, dass wir entschieden noch einen weiteren Tag bei ihnen zu bleiben und uns die Kita genauer anzusehen.
Wir konnten mit den Kindern frühstücken, Mittag essen und spielen. Die Kleinen haben es im Leben wirklich nicht leicht, denn die meisten sind Waisen, Halbwaisen oder werden von ihren Großeltern versorgt, da die Eltern tot sind oder im Gefängnis sitzen. Ab 7Uhr Morgens werden die Kleinen (von 2 1/2 bis ca. 6 Jahre) hier bis 16.30Uhr versorgt – sie singen, sie spielen, sie lernen grundlegende Dinge, wie sich regelmäßig die Zähne zu putzen oder zu duschen und wie man sich richtig ernährt. Auch Dinge wie das Alphabet, Lesen und Schreiben, die Zahlen und die Farben oder das Verhalten im Straßenverkehr wird den Kleinen hier vermittelt. Denn auch wenn sie mit Austritt aus der Kita in die Grundschule gehen könnten, geht nur ein geringer Anteil der Kinder weiter zur Schule – es fehlt einfach oft das Geld, und so lernen die Kinder in der Kita wenigstens so viel, dass sie sich auch ohne weitere Schulbildung im Leben einigermaßen zurechtfinden können.
Uns hat die Einrichtung wirklich sehr beeindruckt – vor allem auch, weil sich die Kinder an Offenheit und Freundlichkeit gegenseitig übertrafen. Es hat sie überhaupt nicht gestört, dass wir kein portugiesisch sprachen – sie waren neugierig und lieb und überhaupt nicht kontaktscheu. Es dauerte keine Minute nachdem Florian die Kamera auspackte, da hatte er eine ganze Traube Kinder um sich versammelt. Aber nicht nur die Kamera, auch sein Bart muss die Kinder sehr fasziniert habenZwinkerndes Smiley. Alles in allem hat es uns unglaublichen Spaß gemacht hier den Tag verbringen zu dürfen.

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Der Abschied am nächsten Tag fiel uns dann aber nicht sehr schwer. Natürlich war es schön bei Markus und in der Kita gewesen, aber wir waren ja offiziell schon vor einem Tag aus Brasilien ausgereist und mussten nun zusehen, dass wir uns auf den Weg zur bolivianisch-brasilianischen Grenze machten. Außerdem wurden wir ja schon in Cochabamba erwartet, so dass es für uns nun wieder zurück in den Pinzi und der Grenze entgegenging. Interessiert hat es dort glücklicherweise keinen, dass wir schon vor einem Tag das Land “per Stempel” verlassen hatten … und so betraten wir bei schönstem Sonnenschein die Republica de Bolivia in San Matías in Erwartung der korrupten Polizisten und bestechlichen Zollbeamten, denn ab Bolivien soll sich Südamerika noch einmal verändern … wir werden sehen Smiley.

Kurzfazit Brasilien: Brasilien ist ein Land, das mit unglaublichen landschaftlichen Sehenswürdigkeiten gesegnet ist. Wir haben davon nur einen kleinen Bruchteil gesehen – aber das allein war sehr beeindruckend. Vor allem das Pantanal mit dem vielen Wasser jetzt so kurz nach der Regenzeit war eine Oase für viele Tiere.
Auch die Menschen waren eigentlich durchweg freundlich und hilfsbereit, konnten es aber überhaupt nicht verstehen, dass man nicht mehr als eine Handvoll Wörter Portugiesisch spricht. Da half es auch nicht, wenn man ihnen anbot Spanisch, Englisch, Deutsch oder Französisch zu reden.
Von der weit-verbreiteten “Gefährlichkeit” Brasiliens für Touristen haben wir in Mato Grosso do Sul und Mato Grosso wenig gespürt und auch mitbekommen. Und wenn, dann wurden wir – zumindest einmal – von Walter, unserem Lkw-Fahrer über ein Posto gewarnt oder fühlten uns in Cáceres selber nicht ganz wohl und suchten dann Rat bei der Polizei, die unglaublich freundlich war und uns sonst nie gestört oder angehalten hat.
Uns hat der Besuch in Brasiliens Südosten gut gefallen, auch wenn wir aufgrund des hohen Wasserstandes weniger auf eigene Faust in den Sümpfen haben unternehmen können. Aber mit der Besichtigung des Pantanals haben wir uns beide einen großen Traum erfüllen können … und: Ich hab einen Piranha gefangen! Smiley

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3 Gedanken zu „Mit dem Pinzgauer ins Pantanal

  1. Rosi und Klaus

    hola ihr zwei, SPER!!! schöne Euer Bericht und für uns so vertraut.
    Dann noch Markus in Caseres, wir waren 2007 zwei Monate bei ihm , herrlich. Es weckt in uns so schöne Erinnerungen. Danke für den Bericht.
    Euch schöne Tage in Bolivien,
    los Chaceros del Chaco de Paraguay y el pueblo de Valencia

  2. Klaus L. aus H.

    Hallo Ihr zwei!

    Ich weiss gar nicht, was mich staunender macht: Die klasse Bilder oder die tollen Berichte. Immer wieder ein Genuss !!!!
    Ich warte schon auf die nächsten news. Ich hoffe es geht euch gut, weiterhin eine gute Zeit.

  3. Anna

    Hi ihr beiden!

    Danke für Eure tollen Reiseberichte. Es ist schön zu wissen, dass es Euch gut geht da am anderen Ende der Welt. Ich beneide Euch ein wenig um die warmen Temperaturen. Bei uns ist es nämlich mit knapp über zehn Grad ziemlich kalt dafür, dass wir Mai haben.
    Ich glaub, wenn Ihr wieder da seid, müsst Ihr mal einen Fotoabend organisieren. Die Bilder sind echt der Hammer. Am besten gefallen mir die Panoramafotos vom Pinzi vor den atemberaubenden Landschaften!

    Passt gut auf Euch auf und viel Spaß noch!

    Liebe Grüße aus Essen!
    Anna (& Wulf)

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